Zum Inhalt springen
Erste Liga – Hoval presents Erste Liga Jahresbericht

Berichte

Jahresbericht des Präsidenten, Bericht des Finanzchefs und Bericht der Rekurskommission – die Berichte, die der Generalversammlung vorliegen.

Jahresbericht des Präsidenten

Samuel Scheidegger · Präsident der Ersten Liga

Sehr geehrte Damen und Herren
Liebe Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter
Geschätzte Freunde des Fussballs

In der Nacht auf den 8. Juli läuft Ruben Vargas in Vancouver zum fünften Schweizer Penalty an. Er trifft, und die Schweiz steht zum ersten Mal seit 1954 in einem WM-Viertelfinal. Gut fünf Wochen zuvor feiert der SC Kriens auf dem Kleinfeld den Meistertitel in der Hoval Promotion League und die Rückkehr in die Challenge League. Zwei Szenen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Und die doch dieselbe Geschichte erzählen: Ruben Vargas hat als Junior beim SC Kriens gespielt, bevor er im Trikot der Luzerner U21 25 Einsätze in unserer Liga bestritt und Profi wurde. Der Weg an die Spitze des Schweizer Fussballs führt erstaunlich oft durch die Erste Liga. Diese Saison hat das so deutlich gezeigt wie selten zuvor.

Eine Liga, die Spieler macht

Wir haben in diesem Jahr eine Frage beantwortet, die wir uns lange nur gestellt hatten: Woher kommen unsere Nationalspieler? Die Antwort ist eindeutiger, als selbst wir erwartet hatten. 62 Spieler wurden seit 2022 in ein Aufgebot der A-Nationalmannschaft berufen. 54 davon haben in der Ersten Liga gespielt. Das sind 87 Prozent. Wer bei uns spielte, kam im Durchschnitt auf rund 27 Einsätze in den Wettbewerben der Ersten Liga. Granit Xhaka kommt auf 37, Remo Freuler auf 35, Steven Zuber auf 30.

Und der Weg führt nicht nur über die U21-Teams der grossen Klubs. Christian Fassnacht, in dieser Saison Torschützenkönig der Super League, spielte mit 20 noch beim FC Thalwil in der 2. Liga interregional. Ein halbes Jahr beim FC Tuggen in der Promotion League genügte, um seine Karriere in Gang zu bringen. Das ist die Erste Liga, wie wir sie verstehen: nicht Durchgangsstation, sondern ein zentraler Teil des Weges an die Spitze. Wer wissen will, wie die Spitze der Breite funktioniert, findet die ganze Auswertung im Kapitel Nachwuchs dieses Berichts.

Was auf dem Platz geschah

Der SC Kriens war ein Meister, wie man ihn sich wünscht. Vor vier Jahren mit 13 Punkten aus der Challenge League abgestiegen, Schritt für Schritt neu aufgebaut, in dieser Saison 100 Tore in 34 Spielen, 79 Punkte und sieben Punkte Vorsprung auf den nie nachlassenden SC Brühl. Bodenständig, konsequent, verdient. Für den FC Lausanne-Sport U21 und Vevey-Sports endete die Saison mit dem Abstieg in die 1. Liga Classic. Für Vevey war es besonders bitter nach dem Aufstieg zwei Jahre zuvor.

In der 1. Liga Classic setzte sich der SC YF Juventus die Krone auf. Souverän in der Meisterschaft, dramatisch in den Aufstiegsspielen: Nach dem 1:2 im Hinspiel drehten die Zürcher das Final in Langenthal vor 2’150 Zuschauerinnen und Zuschauern mit einem 4:1 und kehren nach drei Jahren in die Hoval Promotion League zurück. Das eigentliche Märchen dieser Saison aber schrieb der FC Amical Saint-Prex. Im Sommer 2025 erstmals in die 1. Liga Classic aufgestiegen, war der Klassenerhalt das Ziel. Neun Siege in Serie später stand die Mannschaft in den Aufstiegsspielen, warf die U21 der Grasshoppers und jene von Servette aus dem Rennen und spielt nun erstmals in ihrer Geschichte in der dritthöchsten Liga. Ihr Trainer fand dafür das Wort «stratosphärisch». Wir finden: Genau dafür gibt es die Erste Liga. Und mit dem AC Bellinzona kommt aus der Challenge League ein Verein zu uns, der 1948 Schweizer Meister war und dessen Rückkehr unsere Liga im Tessin stärkt.

Was neben dem Platz gelang

Mit Uber haben wir eine internationale Marke für die Erste Liga gewonnen. Dass ein Unternehmen dieser Grösse sich für eine Liga entscheidet, deren Mannschaften an jedem Wochenende von Genf bis Kreuzlingen unterwegs sind, sagt viel über die Sichtbarkeit aus, die unsere Vereine in den letzten Jahren aufgebaut haben. Und Hoval bleibt als Presenting Partner ein weiteres Jahr an unserer Seite. In einem Sponsoringumfeld, das kein Selbstläufer ist, ist das ein Vertrauensbeweis, den wir mit Leistung zurückzahlen wollen.

Der grösste Fortschritt aber ist einer, den jeder Verein in seiner Buchhaltung sieht. Ab der Saison 2026/27 kostet das Streaming der Meisterschaftsspiele bei RED die Vereine nichts mehr. Bisher trug jeder Verein CHF 3’750 pro Saison, zusammen CHF 247’500, die neu in den Vereinskassen bleiben. Dazu kommen drei kleinere Schritte, die in der Summe zählen: Die Erste Liga ist neu am Schiedsrichtervertrag zwischen dem SFV und Dextra Rechtsschutz beteiligt, deren Name auf den Trikots der Schiedsrichterteams auch in unserer Liga steht. Gemeinsam mit der Amateur Liga lassen wir den Matchcenter zentral vermarkten, womit jeder Klick auf unsere Spiele Einnahmen erzeugt. Und die neu verhandelten Verträge mit dem Liechtensteiner Fussballverband bringen erstmals auch für die Teilnahme in der 1. Liga Classic einen Beitrag. Was die Liga so einnimmt, fliesst an die Vereine zurück oder in Projekte, die allen dienen.

Dazu kommen die Rückvergütungen, die die Erste Liga Jahr für Jahr an ihre Vereine ausschüttet. Zählt man die Beteiligungen aus dem Streaming mit, liegen sie in dieser Saison zum ersten Mal über einer Million Franken. Damit ist klar, wo die finanziellen Prioritäten dieser Liga liegen: bei den Vereinen.

Wohin wir wollen

66 Vereine, drei Sprachregionen, Dorfklubs und U21-Teams von Schweizer Spitzenklubs in derselben Gruppe: Die Erste Liga war immer eine Liga der Unterschiede. Das ist ihre Stärke. Es ist aber auch der Grund, warum sie ein gemeinsames Ziel braucht. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat sich die Erste Liga in dieser Saison eine Strategie erarbeitet.

Im Frühling haben Vereinsvertreter und Komitee in einem Workshop die Grundlagen dafür gelegt, in Umfragen gewichtet und in Interviews mit Vereinspräsidenten aus allen Gruppen und Regionen geschärft. Das Ergebnis stellen wir Ihnen an der Präsidentenkonferenz vor. Es ist eine Strategie, die von den Vereinen ausgeht und bei den Vereinen ankommen soll. Dass Sie diesen Bericht zum ersten Mal auf Ihrem Bildschirm lesen statt in einer gedruckten Broschüre, ist ein erstes, kleines Ergebnis dieses Weges, das mich besonders freut, weil es uns zugleich die externen Produktionskosten erspart.

Was uns beschäftigt

Was uns beschäftigt, ist das Ehrenamt. Es wird schwieriger, Menschen zu finden, die am Samstag die Pfeife nehmen, den Matchbericht ausfüllen oder am Dienstagabend die Vorstandssitzung leiten. Ohne sie steht kein Spiel, nicht in Kriens, nicht in Saint-Prex, nirgends. Die Erste Liga kann dieses Problem nicht allein lösen. Aber sie kann dafür sorgen, dass Ehrenamtliche weniger Administration und mehr Fussball haben. Daran arbeiten wir.

Dank

Eine Saison wie diese entsteht nicht im Komitee. Sie entsteht auf 66 Plätzen, in Garderoben, an Kassenhäuschen und in Vereinsvorständen. Mein Dank gilt allen, die sie möglich gemacht haben: den Spielern und Trainerteams, den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, den Funktionärinnen und Funktionären, unseren Partnern Hoval, RED, uhlsport und Uber, dem Komitee und der Geschäftsstelle sowie dem Zentralvorstand des SFV.

Die Schweiz hat in diesem Sommer erlebt, wozu ihr Fussball fähig ist. Wir wissen, wo dieser Fussball beginnt.

Samuel Scheidegger
Präsident der Ersten Liga

Bericht des Finanzchefs

Marco Di Palma · Finanzchef & Vizepräsident

Nachstehend unterbreite ich Ihnen die Jahresrechnung per 30. Juni 2026 der Ersten Liga.

Die Bilanzsumme beträgt CHF 971’867.06 und die Erfolgsrechnung mit Totaleinnahmen von CHF 1’556’085.25 und Totalausgaben von CHF 1’555’690.56 führt zu einem Reingewinn von CHF 394.69. Das Eigenkapital der Ersten Liga beträgt somit per 30. Juni 2026 CHF 92’277.86.

Neue Einnahmen dank Partnerverträgen und diverse Einsparungen bei den Ausgaben ermöglichen wiederum ein sehr positives Ergebnis.

Dadurch konnten wir für diese Saison den stolzen Betrag von CHF 923’780.– an die Vereine zurückvergüten und diese weiterhin fördern. Wenn noch die direkten Rückvergütungen von Red dazugezählt werden, flossen insgesamt über 1 Million an die Vereine zurück.

Die Betriebsbeihilfe des SFV ist bei den Einnahmen verbucht und wird für die Aufteilung gesondert abgerechnet.

Ein herzliches Dankeschön an den Zentralvorstand und die Abteilungen für die gute Zusammenarbeit sowie an alle Partner, welche unsere Abteilung unterstützen.

Meyrin, 21. September 2026

Bericht des Präsidenten der Rekurskommission

Ivan Dunjic · Präsident Rekurskommission

Die Rekurskommission Erste Liga blickt auf eine ereignisreiche Saison 2025/26 zurück. Besonders hervorzuheben ist dabei die verdienstvolle Arbeit von Andrea Marazzi, der – nachdem er noch als Präsident der Rekurskommission für einige Rekurse in der abgelaufenen Saison fungierte – nach über zwei Jahrzehnten Tätigkeit in der Rekurskommission Erste Liga zurückgetreten ist. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön meinerseits für diese ausserordentliche und beeindruckende Leistung und für diesen Dienst für den Schweizer Fussball.

Die Saison 2025/26 war für die Rekurskommission Erste Liga zudem geprägt von der Bearbeitung von insgesamt 17 Rekursen. Davon wurde ein Rekurs zurückgezogen, ein Rekurs gutgeheissen, vier Rekurse wurden teilweise gutgeheissen, sieben wurden abgewiesen (teilweise soweit darauf einzutreten war) und auf vier Rekurse wurde nicht eingetreten.

Schliesslich möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um nicht nur meinen Kollegen in der Rekurskommission für ihre geschätzte Arbeit, sondern auch Ihnen für den respektvollen Umgang sowie für die Kenntnisnahme dieses Berichts zu danken.

Im September 2026

Revisionsbericht der Saison 2025/2026

Fiton Bunjaku · Marcel Müller · Rechnungsprüfer

An die Generalversammlung der Mitglieder der Ersten Liga des Schweizerischen Fussballverbandes

Muri b. Bern, 16. Oktober 2026

In unserer Eigenschaft als Rechnungsprüfer haben wir die Buchhaltung und die Jahreskonti (Bilanz und Erfolgsrechnung) der Ersten Liga des Schweizerischen Fussballverbandes für die Berichtsperiode vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026, mit Abschluss per 30. Juni 2026, geprüft.

Die Verantwortung betreffend der Buchführung obliegt dem Komitee; unsere Aufgabe besteht darin, dessen Buchhaltung zu prüfen und eine entsprechende Beurteilung vorzunehmen.

Unsere Prüfung haben wir nach den folgenden Prinzipien durchgeführt. Das zu wählende Vorgehen verlangt die Prüfung so durchzuführen, dass Unstimmigkeiten in der Buchführung mit hoher Wahrscheinlichkeit erkannt werden. Wir haben die einzelnen Jahrespositionen und die dazugehörenden Angaben geprüft, indem wir gezielte Analysen und Stichprobenüberprüfungen durchgeführt haben. Wir haben die angewandten Regeln zur Darstellung der Vermögensanlage und des Geschäftsergebnisses, die Nachvollziehbarkeit der gewählten Entscheidungen sowie die Darstellung der gesamten Buchhaltung, sehr geschätzt. Wir konnten uns durch die umfangreichen Überprüfungen eine Meinung bilden.

Gemäss unserer Beurteilung entsprechen die Buchhaltung, die Bilanz und die Erfolgsrechnung den gesetzlichen Vorgaben und den Statuten.

Wir empfehlen, die vorgelegte Jahresrechnung mit einer Bilanzsumme von CHF 971’867.06 und einem Reingewinn von CHF 394.69 zu genehmigen.

Die Revisoren

Fiton Bunjaku · Marcel Müller